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UNSERE FORSCHUNGSERGEBNISSE
Die Verbindung zwischen Parkinson und Neurogenese
Günter Höglinger konnte mit seiner Arbeitsgruppe in Zellkultur-und Tier-Experimenten nachweisen,
dass Dopamin ein Stimulator der adulten Neurogenese ist.
Umgekehrt führt ein Dopaminmangel zu einer verringerten Neurogenese im Hippocampus und im Riechkolben.
Die Versuchsergebnisse zeigen, dass eine bestimmte Gruppe von neuronalen Stammzellen, die sogenannten C-Zellen, mit Nervenfasern in Kontakt sind, die Dopamin produzieren.
Diese C-Zellen besitzen auch Andockstellen für Dopamin. Damit wurden die strukturellen Voraussetzungen dafür nachgewiesen,
dass Dopamin tatsächlich im Gehirn Stammzellen beeinflussen kann (Abb. 3 und 4). Diese Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass der chronische Dopaminmangel bei der Parkinson Krankheit zu einer ebenso chronischen Verringerung der Neurogenese führt. Das kann zu strukturellen Veränderungen im Gehirn der Patienten führen, die für bestimmte Symptome der Erkrankung verantwortlich sind. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich solche Veränderungen bereits in den Jahren vor Beginn der ersten Symptome etablieren, d.h. lange bevor die Erkrankung überhaupt diagnostiziert wird. Wenn sich diese Vermutung bestätigt, sollte eine Dopamin-Ersatz-Therapie bei Parkinson Patienten so früh wie möglich beginnen, am besten noch vor dem Einsetzen der ersten Symptome. Damit könnte eventuell den beschriebenen strukturellen Gehirnveränderungen und den damit einhergehenden zusätzlichen Beschwerden vorgebeugt werden. Diese Annahmen müssen aber noch durch aussagekräftige klinische Untersuchungen bestätigt werden. Die beschriebenen Ergebnisse wurden in der international anerkannten Fachzeitung Nature Neuroscience veröffentlicht (Volume 7, Number 7, July 2004: 726-735). Die Originalarbeit können Sie hier als PDF herunterladen (Achtung: 3930 KB!). Der zweite Artikel erschien im Journal of Neuroscience: Freundlieb N, Francois C, Tande D, Oertel WH, Hirsch EC, Höglinger GU: Dopaminergic Substantia Nigra Neurons Project Topographically Organized to the Subventricular Zone and Stimulate Precursor Cell Proliferation in Aged Primates. J. Neurosci., 2006;8:2321-2325.
Darüber hinaus haben wir einen Übersichtsartikel mit dem Titel "Adult Neurogenesis and Parkinson's Disease" in der Fachzeitschrift CNS & Neurological Disorders (2007, 6) veröffentlicht.
Selbshilfemechanismus für die Dopaminproduktion entdeckt
Statt Teilung Tod: Verursachen Fehlreaktionen in den Nervenzellen Parkinson? In experimentellen Parkinson-Modellen konnte bereits die detaillierte Abfolge der zellulären Signale entschlüsselt werden, die letztlich zum "irrtümlichen" Zelltod führen. "Besonders interessant ist, dass wir diese Signale bereits beeinflussen können. Im Tierversuch haben wir durch gentechnische Manipulation erreicht, dass die molekularen Schalter für die Zellteilung nicht mehr ‚umgelegt' werden und dass infolgedessen auch der Zelltod ausbleibt", erläutert Dr. Höglinger die optimistisch stimmenden Forschungsergebnisse. Die Ergebnisse wurden in den Proceedings der US-amerikanischen Nationalakademie (PNAS) veröffentlicht: G.U. Höglinger et al.: The pRb/E2F cell-cycle pathway mediates cell death in Parkinson's disease. Band 104, Nr. 9, 3585-3590.
Wie geht es weiter im Peter Hofmann Parkinson Forschungsprojekt?
Die Erkenntnis, dass die Nervenzellen im Gehirn von Parkinson Patienten infolge von anormalen Zellteilungsprozessen absterben, lässt darauf hoffen, dass dieser Prozess eines Tages durch neuroprotektive, also schützende Medikamente aufgehalten werden kann.
Voraussetzung dafür wäre, dass der Beginn dieser Veränderungen rechtzeitig erkannt wird, da zu diesem Zeitpunkt die Betroffenen noch keine offensichtlichen Symptome haben.
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![]() Abb. 4: Schematische Darstellung des Gehirns einer Ratte. Neuronale Stammzellen befinden sich in der SVZ, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Striatum, das über dopaminerge Bahnen mit der Substantia nigra (SNc) verbunden ist. Werden die Zellen in der SN zerstört und als Folge weniger Dopamin produziert, reduziert sich auch die Anzahl Stammzellen, die in der SVZ gebildet werden und von dort aus in den Riechkolben wandern (OB), eine wichtige Schaltstelle für den Geruchssinn. Der Geruchssinn ist bei Parkinson Patienten in der Regel sehr früh beeinträchtigt. ![]() Abb. 5: Dopamin produzierende Nervenzellen in der Substantia nigra einer Maus mit Parkinson. Die Nervenzelle links der Mitte hat fälschlicherweise ein molekulares Signal (rot) zur Einleitung der Zellteilung aktiviert. ![]() Abb. 6: Zellkern einer Dopamin produzierenden Nervenzelle in der Substantia nigra eines verstorbenen Parkinson Patienten, die über doppeltes Erbgut verfügt. Chromosom C18 (grün) ist 4 x vorhanden, 2 x wäre normal. Chromosom CX (rot) ist hier 2 x nachweisbar anstatt nur 1 x wie bei einem gesunden Mann. |