Über Parkinson
Was ist die Parkinson Krankheit?
Die Parkinson Krankheit ist eine der häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. In Deutschland sind zwischen 200.000 und 250.000 Menschen betroffen. Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, die aus unbekannten Gründen mit der selektiven Zerstörung eines speziellen Typs von Nervenzellen, den Dopamin-produzierenden Zellen in der Substantia Nigra, einhergeht. Diese Gehirnregion ist der wichtigste Produktionsort von Dopamin, von dem aus der Botenstoff über Nervenfasern im Gehirn verteilt wird. Gehen in der Substanzia Nigra Nervenzellen zu Grunde, kommt es zum Dopamin-Mangel im gesamten Gehirn. Dieser Dopamin-Mangel führt direkt zu den klassischen Parkinson-Symptomen, die die Steuerung der Motorik betreffen:
Gehirnschnitt
Symptome:
  1. Verlangsamung der Bewegungsabläufe (Bradykinese) bis hin zum fast vollständigen Fehlen unwillkürlicher Bewegungen (Akinese)
    Ein Parkinson-Frühsymptom ist die Verkleinerung der Schrift. Im fortgeschrittenen Stadium ist auch die Mimik beeinträchtigt. Die Stimme wird leiser und monotoner.

  2. Muskelversteifung (Rigor)
    Sämtliche großen Gelenke werden in gebeugter Stellung gehalten, sodass der Körper insgesamt eine gebeugte Haltung einnimmt. Am auffälligsten ist der Rigor zunächst im Bereich der Hand- und Armgelenke. Im Frühstadium fällt auf, dass der Arm auf einer Körperseite beim Laufen nicht mehr mitpendelt.

  3. Ruhezittern (Tremor)
    Vor allem Hand und Arm zittern in Ruhestellung, was der Erkrankung auch ihren deutschen Namen "Schüttellähmung" gab.

  4. Haltungs-Instabilität
    Bei fortgeschrittener Erkrankung tritt eine Standunsicherheit ein, verbunden mit einer verstärkten Stolper- und Fallneigung.


Die Therapie der Parkinson Krankheit
Es gibt noch keine Möglichkeit, das Fortschreiten der Parkinson Krankheit zu stoppen. Die genannten motorischen Symptome können aber mit Medikamenten behandelt werden. Im Mittelpunkt steht hier die Gabe eines Ersatzes für das vom Gehirn nicht mehr selbst produzierte Dopamin. Vor allem Rigor und Bradykinese verbessern sich unmittelbar wenn mit Hilfe dopaminartiger Medikamente (L-DOPA oder Dopamin-Agonisten) der Dopaminmangel im Gehirn ausgeglichen wird.

Parkinson: mehr als Zittern und Muskelstarre
Zusätzlich zu den bekannten motorischen Symptomen kommt es bei der Parkinson Krankheit auch zu nicht-motorischen Symptomen, wie Depression, Gedächtnisstörungen, Riechstörungen. Diese treten häufig schon vor den motorischen Symptomen in Erscheinung, die erst sichtbar werden, wenn das Dopamin im Gehirn nur noch weniger als 30% der Normalmenge beträgt. Diese nicht-motorischen Symptome verbessern sich nicht unmittelbar durch einen medikamentösen Ausgleich des Dopamin-Defizits. Möglicherweise sind strukturelle Veränderungen des Gehirns für diese Symptome verantwortlich. In Tierexperimenten konnte gezeigt werden, dass eine mangelnde Neubildung von Nervenzellen zu ähnlichen Störungen führte.

Weiterführende Informationen
Kompetenznetz Parkinson und Selbsthilfegruppen